




Esoterica Orde De Dagon
Schon die letzte, ebenfalls über BEAST OF PREY veröffentlichte, CD-R-Scheibe der Belgier, „Legion“, hatte mir recht gut gefallen, doch was DEAD MAN'S HILL hier auf ihrem neuen, „Esoterica Orde De Dagon“ betitelten, Album bieten, übertrifft das alte Material sogar um Längen und zeigt eine große, qualitative Steigerung.
DEAD MAN'S HILL verschreiben sich durchwegs düsterem, fast schon okkult anmutendem, Dark Industrial/ Dark Ambient. Dieser scheint zuweilen vom Geiste des Black- oder Deathmetals beseelt – freilich ohne auch nur mit einem Fuße wirklich im Metalgenre zu stehen. Auffällige und dominierende Merkmale sind die originellen, apokalyptischen Gesangspassagen sowie der nihilistische, eigene Rhythmus.
Was DEAD MAN'S HILL mit ihrem neuen Werk im Gegensatz zu ihrem Vorgänger-Album besser macht, sind die besseren, offenbar kontinuierlich weiterentwickelten, kompositorischen Fertigkeiten. Was nämlich auf „Legion“ begonnen wurde, wird auf „Esoterica Orde De Dagon“ vervollkommnet und vollendet. Es ist eine intensivere atmosphärische Dichte vorhanden, und die okkult-dekadente Düsternis springt den Hörer förmlich an, umgarnt ihn, nimmt ihn die ganze Spiellänge über gefangen, ohne irgendwann langweilig zu werden, oder zum Kitsch zu entarten.
„Esoterica Orde De Dagon“, der erste Titel, stellt eine durchaus schöne, spannungsgeladene Einleitung dar, in welcher hoher, opernhafter Frauengesang zu hören ist. Das Ganze erinnert ein wenig an die Musik alter Horrorfilme.
Im zweiten „Lied“, einem wirklich guten Eröffnungsstück, sind wieder hoher, weiblicher (Opern-)Gesang, und außerdem rituell-rhythmische Perkussion und männliches, fast schon „tierisches“ Geschrei zu hören. Was sich in diesen Zeilen so wirr und seltsam in Worte kleiden läßt, ist in Wirklichkeit ein sehr interessantes und düsteres Stück.
„Endless Crosses“, das dritte Stück, wird von abrupten, harten Schlägen und „wahnsinnigen“ Geräuschen eingeleitet. Dazu gesellen sich die für DEAD MAN'S HILL so typischen und kalt vorgetragenen Rezitationen („Gesänge“) sowie eine Ritual-Perkussion.
„Outlanders“ präsentiert dem Hörer gar verzerrte E-Gitarren oder zumindest E-Gitarren-artige Klänge, die sich nahtlos in die Komposition aus den eigentümlichen Rezitationen sowie geschickt untergemischten, subtileren Klängen im Hintergrund integrieren, und das Lied zu einem der besten Titel der Scheibe machen.
Der fünfte Titel, „Dead Babies As Shelter“, ist ebenfalls einer der Höhepunkt des aktuellen Albums. Es erklingen eine dezente, jedoch wirkungsvolle Perkussion, opernartige, verzerrte, weibliche Gesänge, sowie Synthesizerklänge, welche einerseits hypnotisch und bedrohlich, andererseits jedoch „süßlich“ und melancholisch wirken. Dazu wiederholt eine Dame ständig mit ruhiger und kalter Stimme irgendetwas mit „die“. Ein äußerst wirkungsvolles Stück, welches düsterer kaum sein könnte. Wirklich genial!
Eine Art Hymne präsentiert sich dem geneigten Hörer mit dem sechsten Titel, „Ave Satani“. Opernhafte Inkantationen, zurückhaltende, jedoch bestimmte, Perkussion und eine unheimliche Grundstimmung bescheren dem Hörer ein schönes, düsteres, und heroisches Klangerlebnis.
Das letzte Stück ist leider zugleich eines der ganz wenigen schwächeren Stücke, sogar der Schwachpunkt des Albums überhaupt. Richtig schlecht ist es vielleicht nicht, aber eine wirklich düstere Stimmung oder Wirkung lassen so ziemlich auf sich warten.
Viele Worte muß ich wohl nicht mehr verlieren, um dem geneigten Leser meine Wertung zu offenbaren. Mit „Esoterica Orde De Dagon“ haben sich DEAD MAN'S HILL wirklich selbst übertroffen, und ich höre das Album oft und gerne, ohne daß sich Langeweile einschleichen würde. Allen Anhängern düsteren Industrials, Dark Ambients und Dark Rituals sowie Black-, Death- oder Gothicmetallern ohne Scheuklappen sei das neueste Opus der Belgier wärmstens ans Herz gelegt. Auch die äußerst geschmackvolle, ästhetische Aufmachung, welche durchwegs ansprechende Schwarz-weiß-Fotos von jungen Damen vom Anfang des letzten Jahrhunderts darbietet, rundet das sehr gute Gesamtergebnis zusätzlich positiv ab, und macht die Veröffentlichung zu einem audio-visuellen Leckerbissen der okkult-dekadenten Düsternis.
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SUMMARY:
I already knew the Belgian project DEAD MAN'S HILL from their last album, namely “Legion”, and found their music quite good. Now they come up with a new album, again via BEAST OF PREY, with the title “Esoterica Orde De Dagon”. And to my (positive) surprise, it is even much better than the predecessor! DEAD MAN'S HILL haven't changed their music – it is still dark industrial / dark ambient –, but they have improved their composing skills, evoking thus even a more tense and gloomy atmosphere than on their last album. The trademarks of DEAD MAN'S HILL are their dark, cold and monotonous incantations and the specific rhythms. There is a constant cold, decadent and occult feeling, which you wouldn't like to miss, once you got in touch with it.
My favourites are “Outlanders” and the fifth song, “Dead Babies As Shelter”. In the first mentioned song there are distorted e-guitars (or something what sounds like that), some subtle sounds in the background and the odd, dark incantations. This all creates a dark and apocalyptic atmosphere. In the second above mentioned piece you hear a decent, but the more efficient percussion, distorted opera-like female singings and synthie sounds, which on the one hand are hypnotic and threatening, but on the other hand “sweet” and melancholic. At the same time a female, cold voice repeats again and again with a calm voice something with “die”. A great and efficient song!
But “Esoterica Orde De Dagon” is not only great and sinister music – it's also black-and-white aesthetical photographies from the beginning of the last century from beautiful young women. Music and design together make the album a real audio-visual delicacy.
Hinzugefügt: February 7th 2006
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